1923-1929 Aus alten Protokollen

1923 Gründung einer Fußballspiel-Abteilung

2. April: Spielleiter wird Lehrer Ernst, Spielführer Anton Krämer. Spielabend jeden Mittwoch.

1926 Zusammenschluß zur Arbeitsgemeinschaft

Am 25.2.1926 findet eine Besprechung mit dem Turnverein statt. Das Ergebnis: Der Turnverein und der Fußballverein schließen sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen. Bei den Übungen stellt der Turnverein den Turnwart, der die Oberleitung hat, der Fußballverein einen Riegenführer und jeder Verein einen Stellvertreter. Die beiden Vereine fördern ihre gegenseitigen Interessen durch vertrauensvolle Zusammenarbeit seiner turnlichen, sportlichen oder festlichen Veranstaltungen. Im übrigen regeln etwaige Anstände die beiden Vorstände und Leiter des Turnbetriebs. Gemeinsamer Turntag ist der Donnerstag. Diese Entschließung wurde von beiden Vereinen einstimmig angenommen. Unterzeichner für den Turnverein: Josef Kohler, Vorstand; Julius Scheiffele, Schriftführer; für den Fußballverein: Ludwig Stohr, Vorstand; Anton Lutz, Schriftführer.

1927 Protokoll zur Generalversammlung

Rückblick zu der am 10. März 1928 im Lokal "Ochsen" stattgefundenen Generalversammlung:
Begrüßung durch Gebhard Ernst. In letzter Zeit Aufschwung durch die unermüdliche Arbeit des früheren 1. Vorstandes ludwig Stohr. Spielbericht durch Ernst für den beruflich abwesenden Spielausschußvorsitzenden Richard Fritz. 1. Mannschaft errang in den Verbandsspielen als A-Klassenneuling den 2. Tabellenplatz. 1. Kassier Spathelf. Unter Vorsitz von Lehnhart erfolgte Neuwahl mit folgendem Ergebnis: 1. Vorstand: Herr Ernst (einstimmig), 2. Vorstand: Oskar Baur, Kassier: Herr Spathelf, stellv. Kassier: Herr Steinacher, Herr Fritz kandidierte aus beruflichen Gründen nicht mehr. An seiner Stelle wurde der frühere bewährte Spielausschußvorsitzende Herr Stohr gewählt. Bei der Besetzung des Ausschuß ergab sich eine kleine Änderung. Es wurde das mangelnde Interesse eines Teils der bisherigen Ausschußmitglieder getadelt, die trotz voriger Einladung größtenteils von den Sitzungen und Versammlungen fernblieben und es nicht einmal für nötig fanden, die heutige Generalversammlung zu besuchen. Ein solches Verhalten der Ausschußmitglieder kann dem Verein natürlich nicht von Nutzen sein. Es wurden nun folgende Herren als Ausschußmitglieder gewählt: Herr Lehnhart 28 Stimmen, Herr Nussbaum 28 Stimmen, Herr Schmid 28 Stimmen, Herr Schwarz 26 Stimmen, Herr Fritz 24 Stimmen, Herr Mauz 18 Stimmen. Als Schriftführer wurde Josef Kienle, als Jugendleiter Michael Schmid gewählt. -gez. Kienle.

1928 Sportwerbetag in Riedlingen

Am 28. und 29. Juli 1928 fand ein Sportwerbetag mit der DJK Stuttgart, dem Verein des früheren Spielers A. Kessel, mit leichtathletischen Wettkämpfen statt. Verlauf: Samstagabend: Begrüßung der Gäste im Lokal "Ochsen" und gesellige Unterhaltung gemeinsam mit dem hiesigen Gesellenverein. Mennet'sche Jazzkapelle, Witze. Sonntag: 8.15 Uhr: Antreten zum Kirchgang beim "Ochsen" mit Musik; 9 Uhr: Kampfrichtersitzung im "König"; 10 Uhr: Beginn der leichtathletischen Wettkämpfe; 14 Uhr: Festzug durch die Stadt; 14.30 Uhr: Pokalspiele; 18 Uhr: Preisverteilung in der "Stadt". Spiel gegen die Stuttgarter wurde knapp mit 2:3 verloren.

1928 Ausschußsitzung

22. Dezember 1928: Eine weniger angenehme Angelegenheit ist es, die heute zur Sprache kommt. Zu den kürzlich stattgefundenen Gemeinderatswahlen erließ der 1. Vorsitzende Herr Ernst ein Rundschreiben an die Mitglieder des Veriens, worin er seiner Ansicht nach dem Sport freundlich gesinnte Kandidaten zur Wahl vorschlug, bzw. zur Wahl dieser Kandidtaen aufforderte. Das Rundschreiben kam nun durch einen unglücklichen Zufall auch in Kreise, die dem Fußballsport weniger hold sind und wurde verständlicherweise sehr kritisiert. Die Ausschußmitglieder des Vereins waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Besitze der eines solchen Schreibens und waren, da sie nichts davon wußten, darüber natürlich erstaunt. Nachteilige Bemerkungen über den 1. Vorsitzenden bzw. dessen Eigenmächtigkeit waren die Folge. Herr Ernst schilderte nun in der heutigen Ausschußsitzung die Angelegenheit und erklärte, daß er das Schreiben nur im ureigensten Interesse des Vereins erlassen habe. Da die Zeit gedrängt habe, sei eine vorherige Einberufung des Ausschusses unmöglich gewesen. Wenn nun der Ausschuß diese seine Handlungsweise kritisiere, und dieses Recht des Ausschusses stehe diesem zu, so sei die Einbringung eines Mißtrauensvotums eine unumgängliche Notwendigkeit. Davon wurde jedoch abgesehen und nachdem einige Ausschußmitglieder die Angelegenheit als nicht so schwerwiegend geschildert hatten, beruhigten sich die Gemüter allmählich wieder. Das Herr Ernst mit seinem Vorschlag eine glückliche Hand hatte, bewies ja die inzwischen stattgefundene Wahl, wurden doch 3 von den empfohlenen 4 Kandidtaen gewählt. Gleichzeitig wurde beschlossen, zu Ehren der aktiven Spieler der 1. Mannschaft und als Anerkennung für die Erringung des 3. Tabellenplatzes in den Verbandsspielen auf Kosten der Ausschußmitglieder in den nächsten Wochen ein Essen zu veranstalten und zwar in Verbindung mit dem alljährlich stattfindenden Fastnachtsunterhaltungsabend. Hierauf schloß der 1. Vorsitzende die im 1. Teil lebhaft verlaufene Sitzung. -gez. Schriftführer Kienle

1929 Generalversammlung im Vereinslokal "Ochsen"

23. Februar 1929: Der 1. Vorsitzende Gebhard Ernst stellte als wichtigsten Grund des Vereinsprogramms die Jugenderziehung in den Vordergrund des allgemeinen Interesses, hob die ideale Seite des Fußballspieles hervor. Vornehmste Pflicht sei die Pflege und Hebung des sportlichen Geistes, des korrekten und vornehmen Auftretens der Mannschaft auf dem Spielfeld, sowie besonders das gute Einvernehmen der Mannschaft unter sich. Die Spielführer sollen in gutem Geiste erzieherisch wirken, mit gutem Beispiel vorangehen und mit unermüdlichem Eifer und straffer Energie auf ihre Mannschaft einwirken. Gebhard Ernst gab bekannt, dass er sein Amt zur Verfügung stellt, versprach jedoch, den Verein jederzeit mit Rat und Tat bei seiner inneren Verwaltung beizustehen. Oskar Baur als 2. Vorstand bittet Ernst die Wahl zum 1. Vorstand anzunehmen. Ernst beharrt jedoch auf seinen Rücktritt. Die Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: 1. Vorstand Alois Spathelf, 2. Vorstand Oskar Baur, Spielausschußvorsitzender und Jugendleiter Ludwig Stohr. Bei einem evtl. Weggang L. Stohrs übernimmt Gebhard Ernst diese Ämter. 1. Kassier Herr Steinacher, 2. Kassier Julius Ebert, Schriftführer Hermann Gehweiler. Ausschußmitglieder: Baur, Ernst, Stohr, Mauz, Hieber, Steinacher, Schwarz, Lehnhart, ebert, Gehweiler. Die Gewählten nehmen ihre Ämter an. Die Spieler Maucher und Mayer werden in Anbetracht ihrer großen Verdienste um den Verein zu Ehrenspielern ernannt. Beim Verband soll um Ehrennadeln für beide Spieler nachgesucht werden. Mit einem Aufruf an alle Mitglieder auch fernerhin ihr Bestes für den Verein herzugeben und mit ganzer Tatkraft an der weiteren Ausbildung der Jugend mitzuwirken, damit der Verein auch zukünftig eine gute Stelle in hiesigen Sportkreisen einnehmen kann und ihn auch Fernstehende die Achtung nicht verwehren können, schloß der 1. Vorstand Herr Spathelf die Generalversammlung. -gez. Schriftführer Gehweiler

1929 Ausschußsitzung

17. Oktober 1929: Die Austragung der Verbandswettspiele beschäftigte den Ausschuß am heutigen Tage. Die Spiele der 1. Mannschaft mit den Klassenrivalen Schussenried, Isny, Mengen, Waldsee, Saulgau verliefen alle erfolglos. Die ersten zwei Punkte konnten die Rothosen beim Retourspiel mit Isny auf dem hiesigen Platze holen. Der Grund für den diesjährigen Spielfiasko ist in dem zahlreichen Verlust durch Verletzungen, Disqualifikation von Spielern und in den von der Gaubehörde gesandten schlecht amtierenden B-Klassen-Schiedsrichtern zu suchen. Die Spieler haben es nun an dem nötigen Ernst fehlen lassen, zumal das Zuschauerpublikum auf hiesigem Platze geringer wurde und ein Spieler sich sehr unsportlich auf dem hiesigen Platze gegenüber dem Schiedsrichter sich betragen habe. Mader und Huchler haben ihren Wohnsitz verlegt, Strang wurde durch eine erlittene Verletzung spielunfähig gemacht und Huchler kam durch einen Unglücksfall in Krankenhaus. Ersatzspieler mußten herangezogen werden und das Interesse der Zuschauer wurde begreiflicherweise immer lauer. Der Ausschuß steht nun vor der Frage, die Verbandswettspiele sofort oder erst mit Beginn des neuen Jahres abzuschreiben. Mit Rücksicht auf die schmalen Einnahmen bei den hiesigen Spielen hat der Ausschuß folgendes beschlossen: Sofern noch elf Mann zur Verfügung stehen, das kommenden Sonntag, 20. Oktober 1929 auf dem hiesigen Platze angesetzte Spiel mit Mengen noch auszutragen und dann die Verbandswettspiele abzubrechen und der Gaubehörde  hiervon Kenntnis zu geben. Die Fahrt nach Isny am 8. September dieses Jahres wurde mit dem Omnibus von Käppeler, Wilflingen, angetreten. Die Ausgaben hierfür mit 80 RM (in Worten achtzig RM) werden nachträglich genehmigt. -Hermanutz

 

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